Estivales 2026 – Ingrid Bacchetta

20 juin 2026 | 12:00 12:40
Église française, Zeughausgasse 8, 3011 Bern

Ingrid Bacchetta, orgue (Ostermundigen)

PROGRAMME

Charles-Marie Widor (*1844-1937): Orgelsinfonie Nr. 5, III. Satz „Andantino quasi allegretto“

Maurice Duruflé (*1902-1986): Suite,  op. 5

  • Prélude
  • Sicilienne
  • Toccata

„Die französisch-sinfonische Schule“

Musik des Professors Charles Marie Widor und seinem Kompositionsschüler Maurice Duruflé

Charles-Marie Widors 5. Orgelsinfonie zählt zu den bekanntesten Werken der französischen Orgelromantik. Während vor allem „Toccata“ oft im Rampenlicht steht, eröffnet der III. Satz, das „Andantino quasi allegretto“, das Konzert. Obwohl die ersten Takte etwas tänzerisches haben, sind es mehr die Füße des Ausführenden, die virtuos über das Pedal tanzen müssen.

Duruflé, der die Kompositionsklasse von Charles Marie Widor in Paris besuchte, war bekannt für seinen Perfektionismus, weshalb er viele seiner Werke vernichtete und nur wenige zur Veröffentlichung freigab.

Die Suite op. 5 von Maurice Duruflé zählt zu den herausragenden Werken der Orgelmusik aus der französischen Schule des 20. Jahrhunderts:

Für die dreisätzige Suite mit Prélude, Sicilienne und Toccata nimmt er gregorianisch geprägtes melodisches Material und entwickelt es über die drei Sätze hinweg: Das leise und verhalten beginnende Prélude steigert sich rasch zu einem großen Crescendo, hält inne im rezitativisch-anmutenden Zwischenteil, bevor es zum Schluss wieder die seufzende Melodie des Anfangs aufgreift.

Mit der Sicilienne folgt ein etwas bewegterer und doch lyrischer Mittelsatz, bei dem sich die Orgel in ihren vielfältigen Klangfarben präsentieren kann.

Den Abschluss bildet die berühmte Toccata, ein energiegeladener Satz mit schnellen Akkordbrechungen und treibenden Bässen im Pedal. Eine stetige Steigerung führen zu einem strahlenden Höhepunkt und machen diesen Satz zu einem Favoriten im Konzertrepertoire.

Die Goll-Orgel der Französischen Kirche bietet für die Suite ideale Voraussetzungen.

Ingrid Bacchetta studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau bei Prof. Helmut Deutsch sowie Schulmusik und Deutsch für das gymnasiale Lehramt. Nach dem 2. Staatsexamen zog sie mit ihrer Familie in die Schweiz und ist als Organistin und Chorleiterin in Ostermundigen und Jegenstorf-Urtenen aktiv. Ergänzend zu ihrem Studium vertieft sie laufend das Interpretieren von Orgelmusik durch Studien bei Prof. Daniel Roth, Prof. Ludger Lohmann und weiteren.

Konzertauftritte führten sie sowohl solistisch als auch im Zusammenspiel mit anderen Instrumentalist:innen in Projekten neben der Schweiz und Deutschland auch nach Frankreich, Spanien, Italien und Japan.